10. November 2007

Offener Brief der FSRVV an den neuen Geschäfts­führer des Stu­den­ten­werks Tübingen-Hohenheim

Sehr geehrter Herr Schill,

Sie wurden mehr­fach gebeten, die unten genannten For­de­rungen zu erfüllen. Leider sind Sie unseren Bitten nicht nach­ge­kommen. Deshalb möchten wir Sie hiermit noch­mals erinnern:

Die Geschäfts­füh­rung des Stu­den­ten­werks Tübingen-Hohenheim wird aufgefordert,

  1. das Verbot des Ver­tei­lens von nicht-kommerziellen Flyern und Infor­ma­ti­ons­bro­schüren in seinen Mensen mit sofor­tiger Wirkung aufzuheben.
  2. darauf zu ver­zichten die Tische in den Mensen mit Papier­ti­sch­de­cken zu bestücken.
  3. Stell­wände mit min­des­tens glei­cher Fläche wie die ent­fernten Aus­hang­flä­chen in den Mensen zu installieren.

Begrün­dung:
ad 1) Die Flyer auf den Men­sa­ti­schen bieten für Stu­die­rende eine Infor­ma­ti­ons­quelle, um sich über an der Hoch­schule aktu­elle poli­ti­sche, soziale und kul­tu­relle Themen zu infor­mieren. Für die ver­tei­lenden Gruppen bieten die Mensen die einzige Mög­lich­keit, Stu­die­rende aller Fakul­täten zu informieren.

ad 2) Die Men­sa­ti­sch­de­cken sind ökolo­gisch und wirt­schaft­lich frag­würdig. Wir halten die nicht uner­heb­liche Umwelt­be­las­tung durch den ent­ste­henden Müll und die enormen Kosten (zur Zeit 68cent pro Decke) für nicht ver­tretbar. Auf schrift­liche Anfrage teilte der Geschäfts­führer mit, dass die Tisch­de­cken dazu dienen sollen, dass sich Stu­die­rende in der Mensa „wohl fühlen“, den ökolo­gi­schen und finan­zi­ellen Aspekt hält er für ver­nach­läs­sigbar. Wir teilen diese Meinung nicht.
Die Aus­sagen, wie lang die Tisch­de­cken auf den Tischen ver­bleiben, schwanken zwi­schenein bis drei Tagen (Men­salei­tungen) und drei bis vier Wochen (Geschäfts­füh­rung).
Auf die hygie­ni­sche Kom­po­nente bei einer Ver­weil­dauer von meh­reren Wochen möchten wir hier nicht eingehen.

ad 3) die Aus­hang­flä­chen wurden u.a. für Woh­nungs­an­zeigen, Mit­fahr­ge­le­gen­heiten, Jobs etc. genutzt und waren meist gut gefüllt. Eine Ver­klei­ne­rung der Flächen erscheint aus diesem Grund nicht angebracht.

Wie schon oben erwähnt ver­ur­sa­chen die Tisch­de­cken enorme Kosten. Aus­ge­hend von unseren Beob­ach­tungen werden die Tisch­de­cken etwa alle ein bis zwei Tage gewech­selt. Bei 800 Tischen und Kosten von 68 cent pro Decke bleiben bei einer durch­schnitt­li­chen Ver­weil­dauer von andert­halb Tagen bei zwanzig Betriebs­tagen pro Monat und 9 Betriebs­mo­naten (gehen wir mal davon aus, dass die Tisch­de­cken während der Semes­ter­fe­rien länger liegen können) Kosten von min­des­tens 65000 € pro Jahr. Halten Sie einen solchen Betrag – immerhin der Stu­den­ten­werks­bei­trag von 1600 Stu­die­renden – für gerecht­fer­tigt? Sie argu­men­tieren, dass die Tisch­de­cken eine „Wohl­füh­l­at­mo­sphäre“ schaffen. Wir würden es vor­ziehen, wenn unsere Bei­träge ander­weitig inves­tiert würden. Im Schwä­bi­schen Tag­blatt vom 7.11.2007 erklären Sie, dass die Tisch­de­cken drei bis vier Wochen auf den Tischen ver­bleiben. Das halten wir aus hygie­ni­scher Sicht für bedenk­lich. Wir sind dem Men­sen­per­sonal aus­drück­lich dankbar, dass sie bisher die Tische abge­wischt haben und die ver­schmutzte Decken – offenbar ent­gegen Ihrer Weisung – ent­fernt haben. Falls Sie jedoch darauf bestehen möchten, dass die Tisch­de­cken wei­terhin auf den Tischen ver­bleiben haben wir nur einen Rat für Sie: Lassen Sie die Tischen­de­cken nach drei bis vier Wochen einfach wenden, dann errei­chen Sie eine Ver­weil­dauer von sechs bis acht Wochen und somit eine Kos­ten­sen­kung um 100%. Zudem bitten wir um die Ergän­zung der Gewürz­ständer durch Desinfektionsmittel.

Mit freund­li­chem Gruß ver­bleiben
Ihre Studierenden.