21. Oktober 2008

Im Jahr 2006 haben nach einer reprä­sen­tativ durch­ge­führten Unter­su­chung bis zu 18.000 Abitu­ri­enten wegen der in Nordrhein-​​Westfalen und Nie­der­sachsen ein­ge­führten Gebühren kein Studium auf­ge­nommen. Dar­unter sind vor allem Frauen und junge Men­schen aus so genannten bil­dungs­fernen Eltern­häu­sern. (Heise)

Kürzer kann man die Ergeb­nisse einer reprä­sen­ta­tiven Studie des Hochschul-​​Informations-​​Systems (HIS) kaum mehr zusam­men­fassen. Im Auftrag des Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­riums, das das Papier seit Sommer unter Ver­schluss hält, wurden 5240 Stu­di­en­be­rech­tigte des Abitur­jahr­gangs 2006 befragt. Weitere Ergebnisse:

Im Ver­gleich zu 2003 gab es im ver­gan­genem Jahr wegen der starken Abiturienten-​​Jahrgänge bun­des­weit zwar 17 Prozent mehr junge Men­schen mit Hoch­schul­reife, gleich­zeitig aber fünf Prozent weniger Stu­di­en­an­fänger. 2003 war mit 377.500 Neu­ein­schrei­bungen an den deut­schen Hoch­schulen ein Anfän­ger­re­kord erzielt worden. 2007 waren dies mit 358.670 Anfän­gern knapp 19.000 Neu­ein­schrei­bungen weniger. Im glei­chen Zeit­raum stieg die Zahl der Stu­di­en­be­rech­tigten um mehr als 63.000 auf 432.500 (Stutt­garter Zeitung)

In diesem Zusam­men­hang stellen sich die Ver­ant­wort­li­chen selbst ein denkbar schlechtes Zeugnis aus: Michael Kret­schmer (CDU), bil­dungs­po­li­ti­scher Spre­cher der CDU/​CSU-​​Fraktion, recht­fer­tigte die Gebühren damit, dass die Hoch­schulen so schlecht aus­ge­stattet seien, dass sie ganz einfach auf die Gebühren ange­wiesen seien. (ZDF) Keine Rede mehr davon, dass hier nur die sowieso schon sehr gute Lehre durch fri­sches Geld weiter ver­bes­sert werden solle.

Die Studie soll nun in etwa vier Wochen ver­öf­fent­licht werden — lang genug, um den “Bil­dungs­gipfel” am Mitt­woch in den Medien wieder in Ver­ges­sen­heit geraten zu lassen. Und wir könnten jetzt scha­den­froh sagen, wir hätten es ja schon immer gesagt. Aber das Thema ist dafür zu ernst. Also schafft endlich die Stu­di­en­ge­bühren ab.

Mehr (unter anderem) bei Stern, Spiegel, der Tages­schau und den oben zitierten.

Edith: Inzwi­schen wurde die Studie ver­öf­fent­licht. Man kann sie hier her­un­ter­laden.

20. Oktober 2008

Ende Sep­tember hat das Rek­torat den Dekanen in einer Sitzung seinen Entwurf für eine Neu­glie­de­rung der Fakul­täten vor­ge­stellt. Dem­zu­folge soll die bis­he­rige Zahl von 14 auf maximal 6 Fakul­täten redu­ziert werden (Vor­schlag des Rek­to­rats). Darüber hinaus gibt es weit­rei­chende struk­tu­relle Ver­än­de­rungen in der Leitung der neuen Fakul­täten: Zum Bei­spiel soll das Amt des Dekans vor­aus­sicht­lich nicht mehr wie bisher neben­amt­lich von einem Pro­fessor der Fakultät wahr­ge­nommen werden. Die Leitung der Fakultät soll statt­dessen einem externen, haupt­amt­li­chen Dekan über­tragen werden, der dann auch Mit­glied des Rek­to­rats sein könnte.

Erheb­li­chen Unmut rief die Vor­ge­hens­weise des Rek­to­rats hervor. Die Ver­än­de­rungen, die grund­sätz­liche Ein­schnitte in die Struktur der Uni­ver­sität bedeuten, wurden kaum mit den Gruppen (Stu­die­rende, Ange­stellte, Pro­fes­soren, wis­sen­schaft­liche Mit­ar­beiter) abge­stimmt. Des­wegen haben neben vielen Dekanen und Pro­fes­soren nun auch die Stu­die­renden eine gemein­same Posi­tion ent­worfen und werden diese in den nächsten Tagen dem Rek­torat und der Uni­ver­sität zur Dis­kus­sion vor­legen. Hierbei soll es sich nicht nur um Kritik und Vor­schläge für eine Reform der Uni­ver­si­täts­struk­turen handeln, sondern auch um einen Gegen­ent­wurf zur Infor­ma­ti­ons­po­litik des Rek­to­rats. Wir wollen, dass die Ange­hö­rigen der Uni­ver­sität in Gänze ihre Bil­dungs­ein­rich­tung neu denken und ent­werfen können und damit auch einen uni­ver­si­tätsöf­fent­li­chen Meinungsbildungs-​​ und Dis­kus­si­ons­pro­zess anregen. Hier das Papier, dass von den Ver­tre­tern der Fach­schaften in einer außer­or­dent­li­chen Fach­schaf­ten­voll­ver­samm­lung erar­beitet wurde. (Stu­den­ti­sche Gedanken zu einer Fakul­täts­neu­glie­de­rung)

Daher fordern wir das Rek­torat auf, öffent­lich über seine Vor­haben zu infor­mieren, alle Pro­jekte in den Fakul­täten und Insti­tuten vor­zu­stellen und mit diesen darüber zu dis­ku­tieren. Eine Reform ohne Betei­li­gung der Betrof­fenen ist für uns weder in ihrer jet­zigen Form zu akzep­tieren, noch scheint sie uns sinn­voll. Dass Ver­än­de­rungen an der Zeit sind, wird jeder ein­sehen – doch die Vor­ge­hens­weise des Rek­to­rats ist leider völlig undurch­sichtig, die Vor­schläge reich­lich unkonkret.

Das Rek­torat hat sehr kurz­fristig zu Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tungen ein­ge­laden, diese betreffen:

  • die Natur­wis­sen­schaften am Montag, den 20. Oktober 2008 um 19:00 Uhr im Hörsaal N3;
  • die Brechtbau-​​Studiengänge, die Schloss-​​Studiengänge, die Fakultät für Geschichte und Phi­lo­so­phie am Dienstag, den 21. Oktober 2008 um 19:00 Uhr (der Ort wird erst noch bekannt gegeben);
  • die wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en­gänge, Juristen und die Sozial-​​ und Ver­hal­tens­wis­sen­schaften am Mitt­woch, den 22. Oktober um 19:00 Uhr im AudiMax.

Wir haben als Stu­die­rende Inter­esse daran, wenn jemand unsere Fakul­täten auflöst, und wollen detail­liert und konkret infor­miert werden – und mit­reden, schließ­lich sind wir stark davon betroffen. Deshalb fordern wir alle Stu­die­renden in Tübingen dazu auf, diese Ver­an­stal­tungen zu besuchen.

17. Oktober 2008

Die Ergebnis des städ­te­bau­li­chen Ide­en­wett­be­werbs “Campus der Zukunft” oder “Campus 2020″ liegen nun vor und der Sieger ist das kleine Tübinger Archi­tek­tur­büro Hähnig und Gemmeke. Der Wett­be­werb war im Mai 2008 inter­na­tional aus­ge­schrieben worden, es wurden 36 Vor­schläge ein­ge­reicht.
Aus diesen Vor­schlägen kürte eine Jury 5 Sieger und vergab Preis­gelder in einer Gesamt­höhe von fast 100.000€. Drei weitere Arbeiten wurden ange­kauft, um Ideen daraus später zu verwenden.

Bei dem Wett­be­werb han­delte es sich ledig­lich um ein “städ­te­bau­li­chen Ide­en­wett­be­werb”, d.h. es handelt sich dabei ledig­lich um “Grob­pla­nungen”, wo Gebäude mit bestimmten Funk­tionen stehen sollen und wie sie unge­fähr aus­sehen sollen. Die Aus­füh­rungs­pla­nungen für die Gebäude müssen also erst noch gemacht werden. Begonnen werden soll dieses Groß­pro­jekt mit dem Neubau der Mensa, die wohl zwi­schen das heutige Geo­gra­phi­sche Institut und die Alte Physik gebaut werden soll. Der Beginn der Bau­ar­beiten ist zwi­schen 2009 und 2011 ange­dacht. In der Folge sollen suk­zes­sive die übrigen Bau­steine des Campus errichtet werden.

17. Oktober 2008

Sie wird kommen, die Zweit­wohn­sitz­steuer in Tübingen. Wie Ober­bür­ger­meister Boris Palmer (Grüne) im Rahmen des Dies Uni­ver­si­tatis sagte, kommt die Zweit­wohn­sitz­steuer nach Tübingen. Von den 11000 Zweit­wohn­sitzen die derzeit in Tübingen ange­meldet sind, sind ca. 5000 Stu­die­rende. Doch Palmers Ziel mit der Zweit­wohn­sitz­steuer ist nicht, die Stu­die­renden zusätz­lich zu belasten, er will die Stu­die­renden dazu bewegen, ihren Erst­wohn­sitz nach Tübingen zu ver­legen. Die Stadt Tübingen pro­fi­tiert demnach von jedem zusätz­li­chen Erst­wohn­sitz mit ca. 1000 € im Jahr. Aus diesem Grund hat sie es sich selbst zum Ziel gemacht, mög­lichst schnell mög­lichst viele zusätz­liche Ein­nahmen zu aqui­rieren. Ins­ge­samt könnte mit der neuen Zweit­wohn­sitz­steuer und mit den stei­genden Zah­lungen an die Stadt aus dem Kom­mu­nal­fi­nanz­aus­gleich ein zusätz­li­cher Beitrag zum Stadt­haus­halt von 1-​​4 Mil­lionen Euro im Jahr bedeuten.

Die Steuer selbst soll fünf Prozent der Kalt­miete betragen. Ein ent­spre­chender Beschluss des Gemein­de­rats Anfang Dezember gilt als sicher. “Wir wollen ja gar nicht, dass die Stu­denten die Steuer zahlen – sie sollen sich ja einfach nur hier anmelden”, sagte Palmer am Rande der Veranstaltung.

17. Oktober 2008

In seiner letzten Sitzung hat der Ver­wal­tungsrat des Stu­den­ten­werkes Tübingen-​​Hohenheim die Preise in den Mensen und Cafe­te­rien ange­hoben. Auch die Mieten sollen nach dem Beschluss des Gre­miums ange­hoben werden. Hin­ter­grund der Preis­stei­ge­rungen sind die gestie­genen Betriebs­kosten und die Teue­rungen im Waren­ein­kauf. Die letzten Preis­er­hö­hungen im Cafe­te­ri­en­be­reich fand im November 2004 statt, die letzte Erhö­hung der Men­sa­preise liegt bereits ein Jahr zurück. Mit den nun beschlos­senen Erhö­hungen holt man die Preis­er­hö­hungen nach, die im letzten Jahr unter­blieben sind, um bei den Stu­denten keinen Unmut gegen die Fusion der ehe­ma­ligen Stu­den­ten­werke Tübingen und Hohen­heim zu schüren.

Die Mieten werden durch­schnitt­lich um 6-​​7 % ange­hoben, wobei bei einige Wohn­heime wie der Neu­halde um bis zu 35 € auf­ge­schlagen wird.

Die Preis­er­hö­hungen im Mensen-​​ und Cafeterien-​​Bereich wird ab dem 1. 0ktober wirksam, die Erhö­hung der Mieten zum 1. Januar.

13. Oktober 2008

Am Don­nerstag wird nun nach langen Vor­pla­nungen wieder der Alter­na­tive Dies im Club­haus stattfinden.

Hier nun zunächst mal der aktu­elle Flyer, der heute erst­malig auch in der Mensa Wil­helms­straße ver­teilt werden wird. Weitere Infor­ma­tionen folgen morgen.

Alternativer Dies Universitatis

Alter­na­tiver Dies Universitatis