Mittwoch, 1. Juli 2009, 16 – 17 Uhr
Bildungsmagazin auf der Wüsten Welle 96,6 MHz
ab nächster Woche zu neuen Zeiten: Immer Montags von 17 bis 18 Uhr.
Mittwoch, 1. Juli 2009, 16 – 17 Uhr
Bildungsmagazin auf der Wüsten Welle 96,6 MHz
ab nächster Woche zu neuen Zeiten: Immer Montags von 17 bis 18 Uhr.
Zu einem Auswertungstreffen des Bildungsstreiks 2009 und der Planung des weiteren Vorgehens trifft sich der AK freie Bildung am Montag, den 22. Juni 2009, um 20 Uhr, im Sitzungssaal im Clubhaus. Alle Studierenden sind herzlich eingeladen.
Am 30. Juni und 1. Juli 2009 sind wieder Universitätswahlen und die Studierenden in Tübingen sind dazu aufgerufen die Fakultätsräte, den Allgemeinen Studierendenausschuss und den Senat neu zu besetzen. Wir möchten alle Tübinger Kommilitonen dazu aufrufen zur Wahl zu gehen. In den Fakultäten treten die Fachschaften mit eigenen Listen an, für den AStA und den Senat kandidiert die Fachschaftenvollversammlung für euch und eure Interessen. (weitere Infos: www.fsrvv.de/wahlen/)
Wahllokale:
Wahlvorschläge:
Bekanntmachung der Wahlvorschläge

Wahlflyer:
http://www.fsrvv.de/begruessung-und-infos/flyer/
Wählt die Fachschaften! Wählt Liste 1!
Liste für die Fachschaften – Fachschaftenvollversammlung
Am Freitag, den 19. Juni findet die Sitzung des Hochschulrates der Universität statt.
Am Donnerstag, den 25. Juni findet die Sitzung des Senats der Universität Tübingen statt.

Nach intensiver Arbeit und langen Diskussionen zum Thema Fakultätsneugliederung und Gründungskoordinatoren / “change manager” / Fusionsbeauftragte in den letzten Wochen, ist uns heute in der Arbeitsgruppe des Senates zu diesem Thema ein kleiner Sieg gelungen!
Die von uns geforderten und von einer kleinen Gruppe des AK Fakultätsneugliederung erarbeiteten Richtlinien für die Gründungskoordinatoren sind heute von Rektor Engler – ob der Intelligenz des Vorschlages, hoch gelobt und anstandslos verabschiedet worden. Die Richtlinien werden in der nächsten Woche im Senat behandelt.
Richtlinie Fakultätsneugliederung
In den letzten Wochen erläuterte der Rektor der Universität Tübingen im Rahmen von Informationsveranstaltungen die Beweggründe für eine Fakultätsneugliederung und die Herausforderungen vor denen die Universität steht. Neben den Anforderungen der nächsten Exzellenzinitiative und der momentane Aufstellung der Uni im internationalen Wettbewerb, stehen für ihn vor allem die leistungsbezogene Mittelvergabe und die W-Besoldung im Vordergrund.
Die daraus entstehenden bürokratischen Aufwände seien ausschlaggebend für die Fusion von Fakultäten und die neue Universitätsstruktur. Die notwendigen Reformen würden die derzeitigen Strukturen überfordern und eine Arbeit von Fakultätsvorständen, die nur zwei Jahre im Amt sind, sei in diesem Kontext nicht sinnvoll. Daher brauche man größere Strukturen und eine notwendige Professionalisierung an der Spitze der Fakultäten.
Nachdem die Demonstration ihren offiziellen Abschluss fand, war für viele der Protest aber noch nicht zu Ende und auch die Themen, die am heutigen Tage im Mittelpunkt standen, sind es wert weiterdiskutiert zu werden. Und so nahmen mehr als 150 Studierende das Angebot des Rektors an mit ihm in den Räumen der Universität über die Forderung der Streikenden zu sprechen. Nachdem allerdings ein Tross Aktivisten in Sachen Bildungsgerechtigkeit die Kreuzung am Lustnauer Tor besetzte, wurde die Diskussion kurzerhand unter freien Himmel verlegt. Und so standen sie da, Rektor, Prorektoren, Kanzler, Oberbürgermeister und die vielen anderen Verantwortungsträger aus der Stadt und der Universität und mussten den Protestierenden Rede und Antwort stehen, sich einigen Protest anhören und ihre Argumente auf den sprichwörtlichen Tisch packen. Dabei wurde deutlich, für diese Form des Protests hatte Oberbürgermeister Palmer kein Verständnis mehr, denn durch die Blockierung dieser Kreuzung kam auch eine wichtige Lebensader in Tübingen und damit der Stadtverkehr zum erliegen.
Dennoch musste auch er sich den Fragen der Demonstranten stellen und war letztlich bereit in einen Dialog einzutreten. Nach eineinhalb Stunden, waren die Positionen ausgetauscht und deutlich, das man an einigen Punkten zusammenkommt und übereinstimmt, bei anderen Forderungen aber weder auf die Unterstützung von Stadt noch Universität bauen kann.
Nun gilt es also den heute offenen und öffentlich-gewordenen Protest in die Entscheidungsgremien und zu den Verantwortungsträgern zu bringen. Dabei werden wir den Rektor beim Wort nehmen, der uns versprach für die Kritik der Studierenden offen zu sein.
Weitere Bilder gibt es in höherer Auflösung unter http://bilder.fsrvv.de/Bildungsstreik%202009/ im Streik-Album.
Weitere Informationen zur Zukunft der Bildungsproteste in Tübingen gibt es auf der Website des Bildungsstreiks unter www.tuewas.org.
An die Kommilitonen der Universität Stuttgart.
Wir die Studierenden – vertreten durch die Fachschaftenvollversammlung erklären uns solidarisch mit den Kommilitonen der Universität Stuttgart und der Initiative VOLLUniversität.
Was sich derzeit in Stuttgart als Entwicklung abzeichnet, beunruhigt auch uns sehr und macht uns einmal mehr bewusst, wie weit wir in Zeiten der Einführung von Bachelor- und Masterabschlüssen, Studiengebühren und Exzellenzinitiativen gekommen sind. Auf dem Rücken von Studentinnen und Studenten werden von den Rektoraten heute Entscheidungen getroffen, die nicht nur leichtfertig Zukunftschancen aufs Spiel setzen, sondern auch die Unabhängigkeit der deutschen Universitäten konterkariert. Im Sinne einer Exzellenzförderung und zusätzlicher Drittmittel ist so mancher Rektor dazu übergegangen die Universität zu einem naturwissenschaftlichen Zentrum mit angegliedertem Sprachlabor umzugestalten. Darin ist der Stuttgarter Rektor Ressel nicht allein, aber er ist mit seinem Vorgehen einer der radikalsten. Den historischen Schritt des vergangenen Jahrhunderts die Universität Stuttgart von einer technischen Hochschule zu einer Volluniversität auszubauen, rückgängig machen zu wollen, zeugt nicht nur von Ignoranz, sondern auch von der Bereitschaft der Hochschulleitungen heute, alles im Sinne von Geld und Titeln aufzugeben, was in den vergangenen Jahrzehnten aufgebaut wurde.
Die Studierenden in Stuttgart können sich unserer besten Wünsche versichert sein und auf unser Versprechen bauen, uns auch in ihrem Sinne zu engagieren und mit ihnen gemeinsam für den Erhalt des Universitätsstandort Stuttgart in vollem Umfang zu kämpfen. Wir sind jederzeit bereit euch auch tatkräftig zur Seite zu stehen!
Die verschiedenen Schüler- und Studentenproteste, die in dieser Woche im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreiks offenkundig werden, zeigen, dass wir nicht tatenlos zusehen und nicht akzeptieren werden, dass das momentane Bildungssystem in der Krise steckt. Diese Krise wurde von denen verursacht, die die Hochschulen zu wirtschaftsnahen Bildungsanstalten umbauen wollen und humboldt’sche Bildungsideale und den Universalitätsanspruch des Hochschulstudiums zu Gunsten eines Schmalspurstudium von wirtschaftsaffinen Kernfächern opfern wollen. Wir lehnen es ab die Opfer dieser Bildungspolitik zu sein und noch länger die Last der verkorksten Reformen auf unseren Schultern zu tragen. Daher rufen wir die baden-württembergischen Kommilitonen auf, sich für ihre Belange einzusetzen und gemeinsam für den Erhalt der Universität Stuttgart zu kämpfen. Denn wenn eine solche Politik wie sie die Stuttgarter Magnifizenz Ressel an den Tag legt einmal unwidersprochen durchgesetzt wird, hat das nicht nur Auswirkungen auf unser aller Perspektive und die Zukunft der Hochschulen in Baden-Württemberg, sondern es gibt auch den Anspruch der Hochschulen nach unabhängiger Bildung auf.
Wir wollen aber nicht alle Verantwortung für die Lage, in der Herr Professor Ressel zu diesem gewaltigen Umbauprozess ansetzt, auf ihn und eine verfehlte Politik seiner Vorgänger schieben. Die Ursachen liegen tiefer und sind teilweise symptomatisch. Mittlerweile ist die Finanzierung der öffentlichen Universitäten und Schulen stetig radikal und ohne scheu gekürzt worden und die Studierenden und Schüler werden immer häufiger zur Kasse gebeten. Während der Staat an Banken und an bankrott-gefährdete Unternehmen Gelder problemlos verteilt, ist in Sachen Bildungsfinanzierung schon das Versprechen keiner weiteren Kürzungen eine frohe Botschaft für die deutschen Bildungseinrichtungen! Was nutzen Elitebildung und Exzellenzinitiativen, wenn die deutsche Hochschullandschaft nicht in Gänze davon profitiert? Was nutzen Spitzenförderungen im Forschungsbereich, wenn die Qualität der Lehre in die Drittklassigkeit abrutscht? Und was nutzen Bildungsreformen, die auf dem Rücken der Studierenden ausgeführt werden und deren Halbwertszeit einige Jahre nicht überschreiten? Es wird mit unserer Zukunft gespielt und wir werden uns das nicht länger gefallen lassen. Die Situation, so wird es am Fall Stuttgart deutlich, hat ein derartig trauriges Ausmaß erreicht, dass es schwer fällt, bei all den Entwicklungen auf eine Umkehr von diesem Trend zu hoffen. Doch daraus leitet sich auch die Verpflichtung für uns ab, dass wir diese Ungerechtigkeiten nicht hinnehmen werden und dass wir gegen die Entwicklungen in Tübingen und Stuttgart, Baden-Württemberg und in Deutschland die Stimme erheben und uns für unsere Sache und die Interessen der Studierendengenrationen nach uns einsetzen.
Daher erklären wir uns solidarisch mit den Studierenden in Stuttgart und werden sie mit eigenen kreativen Aktionen unterstützen.
Die Studierenden der Universität Tübingen