Posted on November 17, 2009 in Bildungsstreik

plenum_16.11_1 Nach einer Vor­le­sung im Rahmen des Studium Gene­rale blieben etwa die Hälfte der Zuhörer im Hörsaal 25 einfach sitzen. Bald wurde klar, warum. Banner wurden auf­ge­hängt, Stu­die­rende über­nahmen das Red­ner­pult und im Prinzip ging es weiter wie am Mitt­woch abend. Sogar Uni­rektor Engler erschien, begleitet von Pro­rek­torin Ste­fanie Gropper, zuständig für Studium und Lehre, sowie Kanzler und stell­ver­tre­tendem Kanzler. Rektor und Pro­rek­torin kamen gerade von einem Gespräch mit Stu­die­ren­den­ver­tre­tern – auf Nach­frage erläu­terte Engler, dass nur Ver­treter einer Fach­schaft und der FDP-nahen Libe­ralen Hoch­schul­gruppe (LHG) gekommen waren.

Die Plakate aus den 70ern sind immer noch aktuell

Die Plakate aus den 70ern sind immer noch aktuell

Doch auch die anwe­senden Stu­die­renden hatten offen­sicht­lich Gesprächs­be­darf, das war schnell zu spüren. Und von sich aus ver­si­cherte das Plenum, am mor­gigen Tage keine Lehr­ver­an­stal­tung zu stören: Wenn eine Ver­le­gung mit erheb­li­chen Ein­schrän­kungen für die Stu­die­renden ver­bunden sei, könne sie auch im besetzten Hörsaal statt­finden. Rektor Engler unter­sagte dar­aufhin Kochen im Kup­ferbau und betonte, dass er eine Beset­zung für dem Dialog hin­der­lich und den Hörsaal 25 für den völlig fal­schen Ort halte.

Prorektorin Gropper unterstützt den Protest

Pro­rek­torin Gropper unter­stützt den Protest

Auf die Frage, ob sie nicht gemein­same For­de­rungen und Posi­tionen mit den Stu­die­renden zusammen for­mu­lieren wollten, ant­wor­tete nicht Engler, sondern Gropper: Wir unter­stützen Sie! ver­si­cherte sie. Man habe in zahl­losen Gesprä­chen mit dem Minis­te­rium ähnliche Posi­tionen ver­treten wie die Besetzer. Die Frage, warum denn keine Soli­da­ri­täts­er­klä­rung vor­liege, blieb unbe­ant­wortet. Das sieht so aus lautete der Zwi­schenruf aus dem Plenum, mit Verweis auf den offenen Brief des Tübinger Pro­fes­sors Gert Ueding. Worauf Engler ant­wor­tete, der Brief sei Unfug, denn Wir haben nur mit Straf­an­zeigen gedroht– und das sei keine Kri­mi­na­li­sie­rung der Pro­teste. Ein Twit­terer rea­giert sofort: Andro­hung einer Straf­an­zeige ist keine Kri­mi­na­li­sie­rung//Haddu Hoch­schul­zu­gangs­be­rech­ti­gung?
Aber, nebenbei bemerkt, der Brief bietet noch viel mehr Inhalt als dieses Wort und ist äußerst lesenswert.

Schließ­lich erklärte Engler: Bleiben sie hier drin. Wir werden heute abend nichts unter­nehmen. Wir werden morgen mit Ihnen weiter spre­chen. Morgen, das ist der bun­des­weite Akti­onstag des Bil­dungs­streiks. Um 16:00 findet eine stu­den­ti­sche Voll­ver­samm­lung im nun wieder besetzten Hörsaal 25 des Kup­ferbau statt. Kommt alle.

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