Posted on November 4, 2009 in Neuigkeiten
Immer bereit, an der Uni-Palme zu nagen.

Immer bereit, an der Uni-Palme zu nagen.

Wie schon berichtet herr­schen zur Zeit (unter anderem) in der Ame­ri­ka­nistik kata­stro­phale Zustände. 700 neuim­ma­tri­ku­lierte Stu­die­rende in einer ein­zigen Vor­le­sung – das war für Pro­rek­torin Stef­fanie Gropper, zuständig für Studium und Lehre, ein Anlass, sich bei den Stu­die­rendem zu ent­schul­digen. Auch Rektor Engler war anwe­send, verließ aber den Saal, als ein lus­tiger Biber zur Tür her­einkam und sich auf eine Bank setzte.

Die Pro­rek­torin blieb. Nachdem viele Stu­die­rende nach den Erfah­rungen der letzten Woche gar nicht erst gekommen waren, begrüßte sie die ver­blie­benen: Wir freuen uns, dass jeder von Ihnen einen Sitz­platz hat! Gropper erklärte den Stu­die­renden, man habe neue Semi­nare ein­ge­richtet, um dort auf eine akzep­table Größe von 35 Stu­die­renden zu kommen, zudem werde die Vor­le­sung in HS 22 über­tragen. Auch ver­si­cherte sie, dass Pläne vor­handen seien, die den Stu­die­renden ein ver­nünf­tiges Wei­ter­stu­dieren ermög­li­chen sollten.

Unge­fragt trat danach ein Ver­treter der FSVV ans Red­ner­pult. Es gibt keinen Plan, wider­sprach er. Die Neuim­ma­tri­ku­lierten seien hierher gekommen, weil die Uni­ver­sität einen her­vor­ra­genden Ruf habe und müssten nun so etwas wie hier erleben. Lasst euch das nicht gefallen, rief er, fordert ein, was man euch ver­spricht. Er erin­nerte die Anwe­senden, dass es sowohl um die Zukunft der Stu­die­renden gehe als auch um die der Uni­ver­sität und beschrieb, dass es schon unrea­lis­tisch sei, dass genü­gend Prüfer zur Ver­fü­gung stünden. Die Anwe­senden applau­dierten. Es gibt keinen Plan, wie­der­holte er – man möchte hin­zu­fügen: Keinen, der je öffent­lich werden würde, denn aus den betrof­fenen Fächern war schon durch­ge­si­ckert, dass das Rek­torat von den Dozie­renden erwartet, den Jahr­gang ganz einfach klein zu prüfen.

Leere statt Lehre im HS 22

Leere statt Lehre im HS 22

Pro­fessor Tonn, der anschlie­ßend die Vor­le­sung hielt, ging mit keinem Wort auf die Pro­bleme und seine Vor­redner ein. Ob das die Angst vor der Politik des Rek­to­rats ist, oder ob er schlicht die ver­lo­rene Zeit auf­holen möchte, unter­liegt Spe­ku­la­tionen. Viel­leicht ist er aber auch schon jetzt in seiner Arbeit über­lastet, denn das Institut läuft schließ­lich auf einem viel­fa­chen seiner Kapa­zität. Wem es jetzt noch nicht klar ist: Es muss so einiges pas­sieren. Der Biber nagt weiter an der Uni­ver­si­täts­palme – und wenn die Stu­die­renden nichts tun, wird sich daran nichts ändern.

Zurück zur Übersicht