Prinzipiell müssen alle Studierenden die Gebühren zahlen, es sei denn, sie sind entweder beurlaubt oder von den Gebühren befreit. Falls Ihr die Studiengebühren nicht auf einmal zahlen könnt, könnt Ihr auch versuchen, eine Stundung oder Ratenzahlung zu beantragen. Fragen dazu und zu Studiengebühren im Allgemeinen könnt beim Sachgebiet Studien­gebühren der Univerwaltung in der Hölderlinstraße 11 loswerden. Bei manchen Fragen können wir Euch auch eventuell weiterhelfen, besonders dann, wenn Ihr mit den Studiengebühren oder Ihren Zahlungs- oder sonstigen Modalitäten nicht einverstanden seid …

Die Gebühren setzen sich hier in Tübingen derzeit wie folgt zusammen:

40 € Verwaltungs­kosten­beitrag
+ 63,50€ Studentenwerksbeitrag (inkl. 22,50€ Solibeitrag zum Semesterticket)
+ 500€ Studiengebühren (bzw. 250€ beim Studium als Teilzeitstudiengang, z.B. Erziehungswissenschaften)
= 603,50€ Semesterbeitrag.

Befreiung von Studiengebühren

Wenn Ihr Glück habt, gehört Ihr vielleicht zu den Studierenden, die sich von den Studiengebühren befreien lassen können/befreit sind. Automatisch befreit seid ihr, wenn

  1. ihr ein im Studiengang vorgeschriebenes Praxissemester absolviert (nur unter bestimmten Bedingungen).
  2. ihr einen Promotionsstudiengang absolviert.
  3. ihr kein deutscher Staatsbürger seid, allerdings nur, wenn es mit Eurem Heimatland (z.B. Erasmusprogramm) oder Eurer Heimathochschule (interuniversitäres Austauschprogramm) eine entsprechende Vereinbarung gibt und wenn Ihr aufgrund dieser Vereinbarung hier studiert. Es lohnt sich für einen Ausländer/eine Ausländerin allerdings nachzuprüfen, ob er/sie überhaupt Gebühren bezahlen muss.
  4. ihr an zwei Hochschulen zugleich immatrikuliert seid und Euer Studienschwerpunkt an der anderen Hochschule liegt, müsst Ihr an die Uni Tübingen keine Gebühren zahlen.

Allerdings müsst Ihr, falls eine der oben genannten Eigenschaften auf Euch zutrifft, dies der Univerwaltung am besten vor Semesterbeginn schriftlich mitteilen. Au­ßer­dem könnt Ihr vor Vor­le­sungs­be­ginn eine Ge­büh­ren­be­frei­ung be­an­tra­gen, wenn

  1. Ihr einen Antrag auf Beurlaubung stellt.
  2. Ihr ein eigenes Kind (auch adoptiert oder Pflegekind) pflegt oder erzieht, das zu Semesterbeginn das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
  3. Ihr min­des­tens zwei Ge­schwis­ter habt, die nicht nach §6 Abs.1 Satz 2 LHGebG („Geschwisterregelung“ des Landeshochschulgebührengesetzes des Landes Baden-Württemberg) von Studiengebühren befreit sind. (siehe unten)
  4. Ihr über eine Behinderung nach §2 SGB IX verfügt, die erheblich studienerschwerende Auswirkungen hat und die Ihr durch einen Schwerbehindertenausweis der Klasse GdB 50 oder mehr oder durch ein fachärztliches Attest nachweisen könnt.

Des weiteren können noch in ganz wenigen Ausnahmefällen Studiengebühren erlassen werden. Eine Ge­büh­ren­be­frei­ung auf­grund guter Ab­itur­no­ten oder auf­grund von über­durch­schnitt­li­chen Stu­di­en­leis­tun­gen wird seit dem WS 2009/​2010 nicht mehr ge­währt.

Befreiung von der Gebühr nach „Geschwisterregelung“

Für eine Befreiung aufgrund der Geschwisterregelung ist es unerheblich, ob die Geschwister studieren/studiert haben, oder ob diese über ein eigenes Einkommen verfügen. Es kann sich auch um Stiefgeschwister handeln, zu denen man möglicherweise keinen Kontakt mehr hat. Vorraussetzung für die Befreiung ist, dass Ihr die entsprechenden Geburtsurkunden vorlegen könnt. Ist eines von drei Geschwistern bereits für z.B. 2 Semester nach der Baden-Württembergischen Geschwisterregelung befreit worden, kann das dritte Geschwister für die Differenz zu 6 Semestern, also in diesem Fall 4 Semester, befreit werden. Ob Geschwister in anderen Bundesländern Gebühren bezahlen, in anderen Bundesländern aus irgendwelchen Gründen von den Gebühren befreit sind oder in Baden-Württemberg aufgrund anderer Ausnahmetatbeständen befreit sind (z.B. Behinderung wie in 4. beschrieben), ist dafür unerheblich. Das LHGebG sieht diese Geschwister wie Gebührenzahler an. Falls Ihr mehr als 4 Geschwister seid, solltet Ihr Euch auf jeden Fall von der Univerwaltung oder vom Wissenschatsministerium beraten lassen.Abschließend müsst Ihr Euch, falls mehrere Geschwister aufgrund der Geschwisterregelung befreit werden sollen, genau überlegen, wer von Euch den Befreiungsantrag stellt. Ihr habt zum Beispiel einen Bruder, der nicht studieren wird und eine Schwester, die Medizin in Baden-Württemberg studieren möchte (vorraussichtliche Studiendauer: 14 Semester). Ihr selbst wollt Politik auf Bachelor in Tübingen studieren (vorraussichtliche Studiendauer: max. 8 Semester). In diesem Fall sollte Eure Schwester eine Befreiung beantragen, sie würde über die volle Studiendauer von 14 Semestern befreit. Würdet Ihr beide einen Befreiungsantrag stellen, würdet Ihr beide vermutlich für jeweils 3 Semester befreit.

Wichtig: Semesterbeitrag trotz Gebührenbefreiung

Wenn Ihr das Glück habt, von der Zahlung von Studiengebühren befreit zu sein, müsst ihr trotz allem den Verwaltungskostenbeitrag und den Semesterbeitrag für das Studentenwerk bezahlen, sonst seid Ihr nicht zurückgemeldet. Dies gilt im Falle einer Beurlaubung sogar dann, wenn Ihr nicht in Tübingen seid und folglich auch keine Studentenwerksleistungen in Anspruch nehmt. Die FSVV hat diesbezüglich eine andere Rechtsauffassung als das Studentenwerk. Ob das Studentenwerk den Beitrag von Studierenden erheben darf, die sich im Ausland befinden, ist gerichtlich noch nicht geklärt.(Die FSVV hat diese Auflistung nach bestem Wissen zusammengestellt, die FSVV kann aus rechtlichen Gründen allerdings nicht für die Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit dieser Angaben garantieren.)

Zahlung der Studiengebühren

Die Zahlung der Studiengebühren soll nach dem Willen der Universität in aller Regel online über das Campus-System erfolgen. Dazu müsst Ihr im Campus jedes Semester eine Einzugsermächtigung erteilen. Ihr könnt aber genauso gut die Gebühren überweisen oder in bar bei der Unikasse einzahlen. Letztere beiden Optionen muss die Universität zur Verfügung stellen, sie bevorzugt aber die Einzugsermächtigung, weil das für sie weniger Verwaltungsaufwand darstellt. Euer Problem dabei ist, dass Ihr zum Zeitpunkt der Abbuchung sicherstellen müsst, dass Euer Konto eine ausreichende Deckung aufweisen muss. In der Vergangenheit kam es vor, dass die Univerwaltung den Zeitpunkt des Bankeinzugs nicht genau angeben konnte. Wenn die Gebühren nicht fristgerecht auf dem Unikonto eingehen, werden Mahngebühren fällig.Egal welche der drei Optionen Ihr wählt, Ihr dürft bei der Bezahlung der Gebühren auf keinen Fall vergessen, den Verwaltungskostenbeitrag und den Studentenwerksbeitrag zu bezahlen. Dieser wird sogar fällig, wenn Ihr aufgrund eines Auslandssemesters beurlaubt und gar nicht in Tü­bin­gen seid und folg­lich auch keine Stu­den­ten­werks­leis­tun­gen in An­spruch nehmt. Die FSVV hat bezüglich der Frage, ob das Stu­den­ten­werk den Bei­trag von diesen Stu­die­ren­den er­he­ben darf, eine an­dere Rechts­auf­fas­sung als das Stu­den­ten­werk. Diese Frage ist derzeit ge­richt­lich noch nicht ge­klärt.

Studienfinanzierung

Es klingt ein bisschen banal: Am besten verdient Ihr Euch die Studiengebühren, wenn Ihr sie nicht bezahlt bekommt oder Euch von ihnen befreien lassen könnt, durch Arbeit. Dabei gilt es zu beachten, dass man ab einem gewissen Einkommen (Achtung! Das ist nicht wirklich hoch!) den Kindergeldanspruch verliert, was wiederum manchmal einen Verlust der Krankenmitversicherung bei den Eltern nach sich ziehen kann.Nur als letzte Möglichkeit bleibt Euch, einen Studienkredit aufzunehmen. Die FSVV hat sich für Euch einige Studienkredite mal genauer angekuckt und ist zu der (subjektiven) Meinung gekommen, dass die Studienkredite alle relativ teuer sind. Wenn Ihr doch einen Studienkredit aufnehmen müsst, achtet auf das „Kleingedruckte“. Meistens müsst Ihr den Kredit für Eure gesamte verbleibende Studienzeit in Anspruch nehmen! Schaut am besten noch einmal unter dem Punkt Studien- und Lebensfinanzierung rein.

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