Was man mit uner­wünschter Kritik so alles machen kann: Sie umdeuten, ver­drehen, ver­ein­nahmen, aus­grenzen, über­hören, igno­rieren, tot­schweigen, für lang­weilig erklären, sich auf­regen, die Kritik zer­reden und in unüber­schau­bare Detail­dis­kus­sionen auf­lösen, den Kri­tiker denun­zieren, bespit­zeln, unter­drü­cken, ihn mundtot machen oder über ihn lachen, ihn wegen seiner per­sön­li­chen Lebens­füh­rung für befas­sungs­un­würdig, unglaub­würdig oder men­schen­ver­ach­tend erklären, der Kritik vor­werfen, dass sie Gewalt und Unter­drü­ckung beinhalte, sofern sie nicht von vorn­herein ihre prak­ti­sche Fol­gen­lo­sig­keit beteuert und von jedem Gel­tungs­an­spruch Abstand nimmt, die Kritik wegen ihrer Ohn­macht gegen­über dem Beste­henden als unrea­lis­tisch, welt­fremd und irre­füh­rend ver­werfen, der Kritik vor­werfen, dass sie nicht die Lösung aller Fragen ist, immer wieder nach der Alter­na­tive fragen, die Kritik ver­werfen, weil sie zu Kon­se­quenzen führt, die einfach nicht mit der beste­henden Ordnung ver­einbar sind, die Kritik zurück­weisen, weil ihr Ver­treter und seine Orga­ni­sa­tion ver­boten sind.

Oder einfach mal darauf scheißen, was Frau Meier, der Papa, die eigenen Kinder, der Erz­bi­schof und der Herr Pro­fessor dazu meinen; einfach mal einem Moment nicht danach fragen, wozu der vor­ge­tra­gene Gedanke beim Gelder­ver­dienen, beim Schei­ner­werb, der Feri­en­pla­nung oder bei der Ver­dauung nütz­lich ist; einfach mal ris­kieren, dass ein Gedanke am Ende mehr ist als die Bestä­ti­gung dessen, was man auch schon ohne ihn wusste und wollte und einfach mal darüber nach­denken und prüfen, ob es stimmt, was die Kri­tiker da sagen und schreiben, ganz gleich, ob man sie nun bereits sym­pa­thisch findet oder noch nicht.

Der Arbeits­kreis “Politik” beschäf­tigt sich mit Kritik. Kritik, von der wir meinen, dass sie bei all dem geis­tigen und mate­ri­ellen Elend, das diese Gesell­schaft ihren Insassen so reich­lich zu bieten hat, wichtig ist. Wenn ihr also etwas aus­zu­setzen habt an Politik, Wirt­schaft, Kapi­ta­lismus, Herr­schaft, Staat, Krieg, Moral, Reli­gion, Ideo­logie, Faschismus, Ras­sismus, Armut, Bil­dungs­po­litik, Uni u.ä. – wenn ihr mit uns zusammen klären wollt, was die Gründe für diese uner­freu­li­chen Phä­no­mene sind und wie man sie am besten aus der Welt schafft – dann seid ihr herz­lich zu unseren wöchent­li­chen Treffen ein­ge­laden. Jeden Dienstag, ab 20 Uhr im Clubhaus.

Leis­tungs­nach­weise müssen keine erbracht werden, Stu­di­en­be­ra­tungen und Scheine werden ebenso nicht erteilt – dafür aber Argu­mente und Erklä­rungen dazu, wie eine Gesell­schaft funk­tio­niert, in der Elend, Dumm­heit und Gewalt ständig auf der Tages­ord­nung stehen.

Wir treffen uns zur Zeit jeden Dienstag ab 20 Uhr im Club­haus, Wil­helmstr. 30, gegen­über der Neuen Aula (linken Eingang nehmen und dann die Treppe links hoch). Jeder Inter­es­sierte ist herz­lich ein­ge­laden. Bringt gerne auch Eure eigenen Fragen und Dis­kus­si­ons­themen mit.

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