Seit 1977 besteht in Baden-Württemberg keine Ver­fasste Stu­die­ren­den­schaft mehr – und damit auch kein All­ge­meiner Stu­die­ren­den­aus­schuss (AStA), der diesem Namen gerecht würde. Ziel dieser Maß­nahme war laut Hans Fil­binger (CDU), dama­liger Minis­ter­prä­si­dent, die „Tro­cken­le­gung des linkes Sumpfes an den Hochschulen“.

In der Fol­ge­zeit wurde ein Gremium geschaffen, das zwar AStA hieß, mit Unab­hän­gig­keit und stu­den­ti­scher Inter­es­sen­ver­tre­tung jedoch nichts zu tun hatte. Denn recht­lich ist der “AStA” ein Aus­schuss des Senates, dessen Auf­gaben sich ledig­lich auf die “För­de­rung der sozialen, geis­tigen, musi­schen und sport­li­chen Inter­essen der Stu­die­renden” beschränken (vgl. § 3 Abs. 3 UG). Die “Beschlüsse” des “AStA” müssen vom Rektor voll­zogen werden; demnach handelt es sich fak­tisch nur um Vor­schläge, die vom Rek­torat bzw. der zen­tralen Ver­wal­tung voll­zogen werden. Vor diesem Hin­ter­grund ist die Bezeich­nung „KAstrA“ durchaus nachvollziehbar.

Eine tat­säch­liche stu­den­ti­sche Inter­es­sen­ver­tre­tung ist durch den AStA nicht möglich. Denn dazu bedarf es grund­sätz­lich eines hochschul- und all­ge­mein­po­li­ti­schen Man­dates sowie Satzungs- und Finanz­ho­heit. Die Stu­die­ren­den­schaft muss autonom und auf der Grund­lage demo­kra­ti­scher Wahlen über ihren Status, ihre Stel­lung und ihre poli­ti­sche Arbeit ent­scheiden können. Deshalb lehnen alle stu­den­ti­schen Gruppen (außer dem RCDS) die beste­hende Kon­stel­la­tion ab und fordern statt­dessen eine Ver­fasste Stu­die­ren­den­schaft, wie sie in allen Bun­des­län­dern außer Baden-Württemberg und Bayern besteht.

Die FSR-VV, die seit 1973 besteht, wurde 1977 von einer stu­den­ti­schen Voll­ver­samm­lung als unab­hän­gige Stu­die­ren­den­ver­tre­tung man­da­tiert, die bis zur Wie­der­ein­füh­rung der Ver­fassten Stu­die­ren­den­schaft die poli­ti­schen Inter­essen der Tübinger Stu­die­renden ver­treten solle. Dieser Beschluss wurde seitdem mehr­fach bestä­tigt, zuletzt im „großen Streik“ 1997/98 (mehr).

Sitzverteilung des AStA 2009/20010

Sitz­ver­tei­lung des AStA 2009/20010

Der “AStA”, der in jedem Jahr durch Uni­wahlen neu kon­sti­tu­iert wird, tagt monat­lich. Ver­treten sind derzeit vier Frak­tionen: Die Fachschaftsräte-Vollversammlung (4 Sitze), die Grüne Hoch­schul­gruppe (4 Sitze), die Liste für Infor­ma­tion und Orga­ni­sa­tion (3 Sitze), die Juso-Hochschulgruppe (3 Sitze). Der CDU-nahe „Ring Christlich-Demokratischer Stu­denten“ trat 2009 nicht zu den Wahlen an, so dass die FDP-nahe „Libe­rale Hoch­schul­gruppe“ einen Sitz ergat­tern konnte.

Auch der AStA ist selbst­ver­ständ­lich im Internet ver­treten: http://​www​.asta​.uni​-tue​bingen​.de/

Zurück zur Übersicht