Wer sich mit Hochschul- und Bildungspolitik auseinandersetzt, wird merken, dass es eine ganze Reihe von Institutionen und Organisationen gibt, die überregional ersuchen Einfluss zu nehmen. Knapp gesagt, gibt es für die meisten Gruppen auf allen Ebene Zusammenschlüsse, um auch jeder Gruppe auf der entsprechenden Ebene Gehör zu verschaffen. Hinzu kommt noch die Besonderheit des deutschen föderalen Bildungssystems.
LandesAStenkonferenz (LAK)
Die LAK ist die freiwillige Zusammenkunft der ASten bzw. der uinabhängigen Studierendenvertretungen in BAWÜ. Hauptziel der LAK ist es gemeinsame Positionen zu erarbeiten bzw. auf Ebene der Asten in bestimmten Punkten zusammenzuarbeiten oder landesweite Proteste (Studiengebühren) zu organisieren. Besondere Strukturen oder dergleichen hat die LAK nicht, sie wählt jedes Jahr SprecherIn, die für die organisatorische Arbeit, die Vor- und Nachbereitung sowie die Ausübung der Beschlüsse, den regelmäßigen Kontakt zu den ASten und BündnispartnerInnen (ABS, Gewerkschaften, LandesschülerInnenvertretung,etc.) sowie die Außenvertretung gegenüber Land und Presse zuständig sind. Die Außenwahrnehmung der LAK etwa beim Ministerium und den Gewerkschaften ist in den letzten Jahren durchaus positiv, die LAK ist als Stimme der ASten in BAWÜ akzeptiert; der Kontakt zu den hochschulpolitischen AktuerInnen auf Landesebene ist gegeben.
freier zusammenschluss von studentInnenschaften (fzs)
Der freie zusammenschluss von studentInnenschaften fzs ist der bundesweite Dachverband der StudentInnenschaften. Derzeit vertritt er knapp 1,2 Million Studierende aus über 80 Mitgliedshochschulen. Der fzs vertritt seine Mitglieder nach Außen durch Öffentlichkeitsarbeit, Gespräche mit Organisationen, Institutionen und Politikern und ist international im ESIB und im IUS mit anderen Dachverbänden vernetzt. Durch Bündelung der Kräfte ist er in der Lage, stärker auf die (Hochschul-) Politik einzuwirken und auf Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Obwohl so ein Dachverband naturgemäß ein sehr heterogenes Gebilde ist, versucht der fzs zu verschiedenen Themen gemeinsame Positionen zu erarbeiten. Hierzu werden Bedingungen von Hochschulbildung analysiert und in größere Zusammenhänge eingeordnet, Missstände benannt, eigene Vorschläge entwickelt und eingebracht. Der fzs bietet Studierenden neben kontinuierlicher Information auch Schulungen an. Auf diesen werden die behandelten Themen diskutiert, theoretische und praktische Probleme der Studierendenvertretung aufgegriffen und Lösungsansätze entwickelt. So befasst sich der fzs zur Zeit beispielsweise mit Studiengebühren, Umstrukturierung der Hochschulen, dem Bologna-Prozess, Antirassismus und Antidiskriminierungsarbeit, sozialer Absicherung und Bildungsfinanzierung. Es werden sowohl EinsteigerInnenseminare angeboten, als auch Arbeitskreise, die sich an bereits in der studentischen Selbstverwaltung aktive Menschen richtet. Jedes halbe Jahr treffen sich alle Mitgliedshochschulen zur Mitgliederversammlung (MV), dem höchsten beschlussfassendem Gremium des fzs.
Aktionsbündis gegen Studiengebühren (abs)
Der Name sagt schon alles: das ABS spricht sich gegen jegliche Art von Studiengebühren aus. Es existiert schon viele Jahre und stützt sich auf den sog. ”Krefelder Aufruf“. Die Besonderheit des ABS ist, dass dort nicht nur studentische Gruppen Mitglied sind. Es kann jede Organisation teilnehmen, die den Krefelder Aufruf unterstützt. Das ABS hat zwei GeschäftsführerInnen und ein Koordninierungsorganc (das ABS-KO), zum gibt es in vielen Bundesländern Länderstrukturen (bspw. das ABS-BaWü). In Baden-Württemberg war das ABS zusammen mit der LAK maßgeblich an der Vorbereitung und Durchführung der Musterklagen gegen das Studiengebnührengesetz (StKFG) beteiligt. Darüber hinaus werden diverse Kampagnen gegen Studiengebühren vom ABS koordiniert oder initiiert. Insgesamt arbeitet das ABS sehr eng mit dem fzs zusammen und erhält von diesem auch Finanzmittel.