Service wird bei uns groß geschrieben. Uni bekommt wieder ein gedrucktes Telefonbuch.

Fotoausschnitt Telefonbuch
Bald nicht mehr nur virtuell - das Uni-Telefonbuch.
Die Universität Tübingen wollte einmal aufbrechen ins 21. Jahrhundert, sie war eine der ersten Universitäten mit einer Webpräsenz, ermöglichte ihren Studierenden viele Dienstleistungen online und erkannte das Sparpotenzial, wenn die vielen gedruckten Heftlein und Bücher, die die Universität als Infomaterial herausgibt, online stehen als papieren einzustauben. So verschwanden nach und nach: erst das Telefonbuch der Universitätsverwaltung und dann im letzten Jahr auch das Vorlesungsverzeichnis. Das der Aufbruch ins virtuelle Zeitalter aber nicht bei jedem immer ankommt, war schon früh klar und die zu leistende Überzeugungsarbeit war groß, dennoch schaffte man es auf die gedruckten Staubfänger zu verzichten.
Doch nun heißt es Kommando zurück. Die Stabstelle Kommunikation hat sich auf den Weg gemacht, dem Telefonbuch der Universitätsverwaltung neues Leben einzuhauchen. Service für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für die externen Kooperationspartner der Universität, so lautet die Zielstellung und die Schlagworte dieser Reanimation. Nicht viel Geld soll es kosten, wird es doch in der Unidruckerei gefertigt und die Stückzahl wird auch überschaubar bleiben, aber es erleichtert den universitären Kooperationspartnern die Arbeit ungemein. Warum diese das Elektronische Personenverzeichnis nicht nutzen können, so genau ließ sich das nicht erklären, aber es ist ein Projekt und deshalb ist es wichtig und wird umgesetzt.

Der Vorschlag unter dem Gedanken des Services auch das Vorlesungsverzeichnis wieder herauszugeben, scheiterte aber an der Univerwaltung. Service ja aber nicht für jeden? Viele Tübinger beklagten sich, als sie weder beim Osiander noch in den anderen Buchhandlungen der Stadt ein Vorlesungsverzeichnis fanden und erfuhren, dass es dies fortan nicht mehr geben sollte. Nun werden sich diese Tübinger, für die der Computer etwas für Kinder und Enkel ist, für den Hinweis bedanken, dass man die Vorlesungen ja auch online auf dem Campus-Portal nachschauen kann. Für sie wird es auch weiterhin keine Möglichkeit geben einfach und problemlos herauszufinden, welche Vorlesungen sie interessieren. Schade, dass der Servicegedanke beid er Univerwaltung nicht soweit reicht.

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