Studium Generale: „Orte und Architektur“ der Universität Tübingen – „Geschichten des Klubhauses. Ein Ort studentischer Selbstbestimmung“

Mittwoch 17.06.2026 18 c.t. | Kupferbau Hörsaal 21 – sowie im Livestream

Referenten: Yannick Decker (Universität Tübingen, Fachschaftenvollversammlung/FSVV) und Finn Kuhl (Universität Tübingen, Fachschaft EKW)

Clubhausfeste, Hochschulsport, Musikgruppen oder Hochschulpolitik – viele Studierende verbinden ganz unterschiedliche Erinnerungen und Erfahrungen mit dem Klubhaus in der Wilhelmstraße 30. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1956 ist es ein zentraler Ort des studentischen Lebens und der studentischen Selbstorganisation.

Von den Amerikanern gestiftet, um nach dem Zweiten Weltkrieg demokratische Strukturen an den Hochschulen zu stärken, wurde das Klubhaus in den 1960er-Jahren zu einem Ort, an dem Utopien entworfen und Vorstellungen einer anderen Gesellschaft diskutiert wurden. Im Laufe der Jahrzehnte geriet das Gebäude jedoch zunehmend ins Hintertreffen: Es wurde vernachlässigt, und zeitweise gab es sogar Pläne, es durch einen repräsentativen Konzertsaal zu ersetzen.

Heute, 71 Jahre nach seiner Errichtung als Symbol demokratischer Erneuerung, bröckelt nicht nur die Bausubstanz des Hauses. Auch demokratische Institutionen und gesellschaftlicher Zusammenhalt stehen vielerorts unter Druck. Der Vortrag geht der Frage nach, was das Klubhaus zu einem besonderen Ort macht und wie Architektur, Demokratie und Gesellschaft miteinander verbunden sind. Dabei führt er durch die bewegte Geschichte der Tübinger Studierendenschaft und zeigt, weshalb das Klubhaus bis heute ein wichtiger Ort studentischer Selbstbestimmung ist.