Uni Wien besetzt

Déja Vu? Studierende der Uni Wien besetzten gestern (am 19.10.2010) das Audimax ihrer Universität, ein Jahr nachdem die sie mit derselben Aktion einen Flächenbrand in ganz Europa ausgelöst hatten. Die knappe Meldung auf unsereunis.at lautet:

im Zuge der Bildungsdemos in Wien haben die Studierenden das AudiMax besetzt. Die Polizei wollte einschreiten, Rektor Winkler verhinderte dies jedoch.

Der Livestream ist up:
http://www.ustream.tv/channel/unsereuni2010
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Neue Zeiten wagen.

Manchmal muss man den Mut aufbringen Neues zu wagen, um Veränderungen zu erreichen.
Die Abstimmung gestern Abend als eindeutig zu bezeichnen, dass wäre wohl zu viel des Guten, doch letztlich standen 20 Fachschaften und hochschulpolitische Gruppen hinter dem Antrag des Arbeitskreises „Zukunft der Studierendenvertretung“ 12 votierten dagegen. Wie berichtet wurde von den Fachschaften und den hochschulpolitischen Gruppen seit mehr als einem halben Jahr über die Möglichkeit der Reform der Studierendenvertretung an der Universität Tübingen gesprochen. Das Ergebnis dieses Prozesses, ein niederschwelliges und transparentes System der Studierendenvertretung, fand gestern Abend die Zustimmung und soll nach dem Wille den Initiatoren ab dem nächsten Semester seine Arbeit aufnehmen. Ein ausführlicher Bericht folgt hier in Kürze.

Lang, lang ist’s her.

Damals kein wichtiger Hinweis, denn dass der Hörsaal besetzt war, das sprach sich wie ein Lauffeuer herum.

Bereits seit dem 5. November ist auch der Hörsaal 25 im Kupferbau an der Uni Tübingen besetzt!, lautet an einem Donnerstagabend vor sieben Monaten die erste Meldung, die der Welt und den Studierenden erstmals ein Zeichen vom tübinger Bildungsprotest gab. Heute versammelten sich ca. 300 StudentInnen um 16h im Kupferbau der Universität Tübingen um gegen die Misstände im Bildungssystem vorzugehen und sich mit den aktuellen internationalen Protesten gegen neoliberale Bildungspolitik zu solidarisieren. Dabei kam es zu einer spontanen Besetzung des Hörsaales, weitere Aktionen sind geplant. So die kurze Tickermeldung, die nur die Overtüre sein sollte zu einer der größten kritischen Bildungsbewegungen, die Tübingen und Europa bis dahin erlebt hatten. Angefangen hatte alles in Wien; was in der österreichischen Hauptstadt unter dem Titel Uni brennt begann, wurde zu einem europäischen Flächenbrand. Doch was ist daraus geworden? Die Wiener Aula ist aktuell noch besetzt – doch wo sind die tübinger BesetzerInnen geblieben und vor allem: Welche Forderungen wurden bislang umgesetzt?

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Minister Frankenberg lädt zum Bolognagipfel

Wissenschaftsminister Frankenberg im Dialog mit Studierenden
Wissenschaftsminister Frankenberg im Dialog mit Studierenden.

Natalie Reinsch, als Tübinger Vertreterin der Studierenden, wird an der Bolognakonferenz des Ministers für Wissenschaft, Forschung und Kunst Peter Frankenberg teilnehmen. Im Rahmen der Besetzungen, die im letzten Jahr deutschlandweit die Bildungslandschaft beeinflussten, sagte der Minister zu, über die Bolognareform und die erfolgten Umstellungen noch einmal sprechen zu wollen.
Tübingen wird durch Natalie sowohl im Rahmen des Forums I Bildung oder Ausbildung (Was ist ein gutes Studienprogramm) wie auch am Schlusspodium der Veranstaltung teilnehmen und die Sicht der Studierenden auf die neuen Abschlüsse, ihre Probleme und den Nachbesserungsbedarf einbringen. Natalie Reinsch ist eine engagierte Studentin, die für die Fachschaftenvollversammlung lange in der Studiengebührenkommission die Belange der Studierenden vertrat.

Zur Zukunft der Tübinger Studierendenvertretung

Bild des Großen Senats
Zukünftiger Raum für die Studierendenvertretung? Der Große Senat in Tübingen.
Liebe Aktive des Bildungsstreiks und Interessierte in der universitären Studierendenvertretung,

seit Dezember arbeitet unser Arbeitskreis, der im Rahmen des Bildungsstreik entstanden ist, an einer verbesserten Struktur für die Tübinger Studierendenvertretung, vor allem auf universitärer Ebene. In bisher vier Sitzungen haben wir eine grundlegende Problemanalyse vorgenommen, uns Grundsätze für eine neue Struktur überlegt und etliche Modelle der Studierendenvertretung durchgespielt – selbst ausgedachte und real existierende.

In unserem nächsten Treffen werden wir einen Schritt weitergehen und konkret überlegen, wie wir das Tübinger System gestalten wollen. Deshalb möchten wir für das nächste Treffen auch nochmals alle, die bisher nicht am AK teilgenommen haben, zur Teilnahme motivieren. Das nächste Treffen findet statt am

Mittwoch, den 27.01.2010 um 18 Uhr s.t. im Clubhaus, Sitzungssaal.
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Frankenbergs neuer Bachelor – Studis kritisieren Scheindiskussion

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Stuttgart
Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart

Am vergangenen Dienstag trafen sich Studierende der baden-württembergischen Hochschulen mit Wissenschaftsminister Peter Frankenberg im Ministerium in Stuttgart. Der Minister sah Bedarf, sich über die Probleme der Umsetzung des Bolognaabkommens zu informieren und Anregungen für die heutige Kultusministerkonferenz (KMK) zu holen. Für eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Folgen der sorglosen Einführung der neuen Studiengänge  reichte das zweieinhalbstündige Gespräch jedoch nicht. Frankenberg sicherte weitere Treffen dieser Art zu. Studierende kristisieren, dass größere Probleme vernachlässigt werden.

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Bundesweiter Aktionstag zum Bildungsstreik

Kundgebung vor der neuen Aula
Kundgebung vor der neuen Aula

Der bundesweite Aktonstag des Bildungsstreiks fand natürlich auch in Tübingen statt und stand natürlich vor allem im Zeichen der Kupferbau-Besetzung.– Die Schüler kamen fast etwas zu kurz.

Die Aktionen begannen mit einer Kundgebung vor der Neuen Aula, mit Reden eines Studenten und einer Schülerin und Solidaritätsbekundungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes und anderen. Fabian Everding wies für die OrganisatorInnen des Bildungsstreiks in Tübingen vor allem auf die Situation an den Hochschulen hin und verdeutlichte, warum es sich auch für Tübinger Studierende lohnt sich an den vielen aktuell laufenden Aktionen zu beteiligen. Danach wandte sich eine Vertreterin der SchülerInnen an die Zuhörer und prangerte die Situation an den deutschen Schulen an. Nicht erst seit dem Gymnasium in 8 Jahren (sog. „G8“) sei die Lage dramatisch schlechter geworden, auch die chronische Unterfinanzierung der Schulen und die mangelnde Ausstattung machen den Schulen zu schaffen. Tobias Kaphegyi sprach für den DGB ein Grußwort und ermahnte dazu den Protest nicht lediglich auf den Bildungsbereich zu beschränken. In den Schulen und Universitäten werden seiner Meinung nach nur die Probleme der Gesamtgesellschaft am deutlichsten.
Professor Otto Rössler sprach im Namen der Professorenschaft ein Grußwort und bat die Studierenden auch darum als wissenschaftlicher Nachwuchs Verantwortung für die Forschung und deren Folgen zu übernehmen und sich für eine kritische Wissenschaft stark zu machen.

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