Studierende in der Krise nicht alleine lassen!

Corona hin, Corona her – es brodelt bereits seit Langem an den Universitäten und Hochschulen dieses Landes. Der Bologna-Prozess hat Universitäten zu Lernfabriken werden lassen. Erwachsene Menschen, die angeblich zu selbstständig denkenden Menschen erzogen werden sollen, werden behandelt wie Schulkinder. Die Anwesenheit wird überprüft und gleichzeitig ein beständiger Leistungsdruck aufgebaut. Ob man das Studium vollständig (Master) abschließen kann, ist auch nicht mehr garantiert. Gleichzeitig ging diese Entwicklung mit einem großen Sparprogramm in der Lehre einher. Wer heutzutage an einem gut ausgestatteten Lehrstuhl und einer guten Fakultät lernen will, muss mit dem Sponsoring von Großunternehmen leben. 

Auf dieses System treffen nun eine Pandemie und eine Krise, welche wir in Deutschland noch nicht erlebt haben. Abstand halten und Social Distancing sind zurecht die Mittel, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Gleichzeitig sind die Universitäten nicht dazu ausgestattet, um digitale Lehre anzubieten. Zudem haben nicht alle Studierenden die Ausstattung (Internet, Computer, technische Hilfsmittel), um an dieser Lehre teilzunehmen. 

Seit Monaten warten Studierende nun auf finanzielle Unterstützung. Die Bundesbildungsministerin, Anja Karliczek, macht jedoch lediglich ein Konjunkturprogramm für den KfW-Kredit. Wer wegen Corona den Job verloren hat und in finanzielle Not geraten ist, soll sich nun also über mehrere Tausend Euro verschulden. Und auch die als „schon sehr großzügig“ angekündigten 100 Millionen Zuschuss, die nicht zurückgezahlt werden müssen, sind eine Farce. Maximal 500€ dürfen Studierende auf dem Konto haben, um hier Geld zu beantragen. Viele können mit 500€ nicht einmal ihre Miete in Tübingen bezahlen.

Und was macht Frau Bauer, die Landeswissenschaftsministern? Studierende aus Nicht-EU Staaten und Zweitstudierende müssen, auch wenn sie ihren Job verloren haben weiterhin Studiengebühren zahlen, sonst droht die Exmatrikulation. Schluss mit den diskriminierenden Gebühren!

Wir brauchen direkte und schnelle Hilfen, damit für viele die Corona Krise nicht das Ende der akademischen Ausbildung bedeutet!

Zur Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/255349408892744/

Bitte tragt während der Kundgebung einen Mund-Nasen-Schutz und haltet ausreichend Abstand!

Stellungnahme der Tübinger Hochschulgruppen zur sogenannten „Bayreuther Erklärung“

In einer „Bayreuther Erklärung“ nahmen die Kanzlerinnen und Kanzler der deutschen Universitäten unlängst Stellung zur weitverbreiteten Befristungspraxis im Hochschulbereich. Dort sind im sogenannten „akademischen Mittelbau“ nach wie vor über 80% der Beschäftigten befristet angestellt, und von diesen hat etwa die Hälfte einen Vertrag mit einer Laufzeit von nur einem Jahr oder noch kürzer. Alle Versuche, dies in den letzten Jahren durch politischen Druck zu verändern, waren bisher ergebnislos.
Nun verteidigen die Uni-Kanzlerinnen und -Kanzler die bestehenden Zustände. Auf ihrer letzten Jahrestagung, die im September 2019 an der Universität Bayreuth stattfand, wurde ein Papier verabschiedet, das auf die besondere Rolle der Universitäten als „Qualifizierungssystem“ hinweist und dies als Rechtfertigung für befristete Beschäftigung versteht.

Wörtlich heißt es darin: „Universitäten leisten mit der akademischen Qualifizierung dringend benötigter Fachkräfte einen wichtigen Beitrag (…). Das Modell befristeter Qualifizierungsphasen in den unterschiedlichen Bildungsformaten der Universitäten ist eine unverzichtbare Voraussetzung dafür, dass dieses gesellschaftliche Ziel weiterhin erreicht werden kann. (…) Der Aufgabenstellung der Universitäten folgend, ist es notwendig, dass die Zahl ihrer befristeten Beschäftigungsverhältnisse für wissenschaftliches Personal überwiegt.“

Wir weisen diese Sicht der Dinge mit Entschiedenheit zurück! Die Begründung für die Aufrechterhaltung prekärer Befristungsverhältnisse an deutschen Universitäten geht am Kern des Problems und an der Arbeitsrealität eines Großteils der Mittelbaulerinnen und Mittelbauler vorbei!

Natürlich ist es sinnvoll, Qualifikationsstellen zu befristen. Es hat in der Vergangenheit auch noch nie jemand die Entfristung von tausenden Doktorandinnen und Doktoranden gefordert. Und auch drittmittelfinanzierte Projektstellen lassen sich nicht ohne Weiteres entfristen. Es ist aber keineswegs logisch, dass der Qualifizierungsauftrag der Hochschulen zu Befristungsquoten von über 80% führt. Einen Qualifizierungsauftrag haben Hochschulen zunächst und vor allem gegenüber ihren Studierenden, und viele der Aufgaben in Forschung und Lehre, die von befristet Beschäftigten (z.B. befristeten Lehrdozenturen oder befristeten akademischen Ratsstellen) in diesem Zusammenhang übernommen werden, sind eindeutig Daueraufgaben, die durch dauerhafte Beschäftigung erfüllt werden können und sollen!

Es ist zudem unzumutbar, dass eine große Mehrheit der Postdocs gezwungen ist, sich jahrelang von Zeitvertrag zu Zeitvertrag zu hangeln. Viele wissen erst mit 40, ob aus der Unikarriere etwas wird oder nicht. Dabei erfüllen Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen im Postdoc-Bereich elementare Aufgaben des Universitätsbetriebs. Regelmäßig übernehmen sie Personalverantwortung und betreuen Abschlussarbeiten. Es kann aus sachlichen Gründen einfach nicht angehen, sie mit Promovierenden in einen Topf zu werfen! Zurecht fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schon seit 2010 verlässliche Perspektiven im Postdoc-Bereich, und erst vor kurzem hat sich gegen den Befristungswahn an den deutschen Hochschulen die bundesweite Initiative „Frist ist Frust“ gegründet, an der sich neben den Einzelgewerkschaften GEW und ver.di und dem DGB zahlreiche weitere Gruppen beteiligen, so etwa das N2 – Network of Doctoral Researcher Networks, der Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (BdWi) sowie der freie zusammenschluss der studierendenschaften (fzs e.V.).

Weil unter prekären Bedingungen keine gute Forschung und Lehre stattfinden können, u.a. weil erworbene Kompetenzen mit dem erzwungenen Weggang des Personals verloren gehen und keine langfristige Planung in der Lehre möglich ist, liegt eine Behebung der Befristungsmisere nämlich auch im Interesse der Studierenden und letztlich der gesamten Universität.

Wir rufen die Tübinger Universitätsleitung daher auf, sich von der Bayreuther Erklärung eindeutig zu distanzieren und sich für mehr Dauerbeschäftigung im Hochschulwesen einzusetzen.

  • GEW-/ver.di-Hochschulgruppe Tübingen
  • Konvent der DoktorandInnen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen
  • Ernst-Bloch-Uni Tübingen
  • Fachschaftenvollversammlung
  • Fachschaft Politik
  • Grüne Hochschulgruppe Tübingen
  • Studierendenrat der Universität
  • Ver.di-Betriebsgruppe Universität Tübingen
  • Personalrat Universität Tübingen
  • Juso-Hochschulgruppe Tübingen
  • Stipendiat*innengruppe der Hans-Böckler-Stiftung
Mehr Infos zu Befristung unter http://frististfrust.net

24-Stunden-Vorlesung für „vielfalt statt einfalt“

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Was ist die Uni? Die Uni ist bunt!
Die Fachschaftenvollversammlung lädt alle, die das so oder so ähnlich sehen, zur 24-Stunden-Vorlesung ein. Ab Donnerstag, 21. Juni, 19:00 Uhr halten 24 Referent*innen aus den verschiedensten Fachbereichen 24 spannende Vorträge zu allen denkbaren und undenkbaren Themen im Hörsaal 21 des Kupferbaus:
Von Stahlzöllen in den USA (Do, 19:00 Uhr) über die Frage, was Verschwörungstheoretiker und Literaturwissenschaftler gemeinsam haben (Fr, 00:00 Uhr), und einer mathematischen (T)raumreise durch die Welt der Geometrie um 05:00 Uhr morgens bis hin zu einer Analyse des Videospiels Skyrim aus skandinavistischer Perspektive (Fr, 18:00) ist alles dabei, was ein wissbegieriges Herz begehrt.

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Clubhausfest der FSVV / GHG / Ract!festival

Das erste Clubhausfest steht an!

Das Sommersemster 2018 beginnt und damit auch der Stress. Wer den direkt am 19.04 von 21 bis 3 Uhr schon abschütteln will oder sich von den geschriebenen Hausarbeiten erholen muss ist bei uns bestens aufgehoben.
Es kommen Maxo & The Dudes und Suit Up! um euch ordentlich einzuheizen. Außerdem kommt feinster Elektro von Furnix und nach den Bands All-Mixed-Up von Bu!

Der Eintritt ist wie immer für alle Studierende kostenlos, also kommt und feiert mit uns ordentlich ab!

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Alternativer DIES im Dezember!

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Wann? Donnerstag, 7. Dezember 2017
Wo? Clubhaus, Wilhelmstraße 30
Wie? Eintritt frei (aber nur ohne Wix oder Couleur!)
Was? Buntes Programm, Infostände mit Essen und Trinken

Deine Möglichkeit, die Tübinger Gruppenvielfalt kennenzulernen.
Wo kann ich mich einbringen?
Welche Perspektiven stehen mir offen?

Der Alternative „Dies Universitatis“ (AlDi) wurde als Gegenstück zur universitären Semestereröffnung geschaffen, um auch jenen, die dem oft rückständigen Treiben der Studentenverbindungen kritisch gegenüberstehen, Raum zu bieten. Der diesjährige AlDi findet nun im Dezember statt, mit dem Ziel, das vielfältige studentische Leben in Tübingen vorzustellen und den Studierenden alternative Perspektiven zu eröffnen. Du bist herzlich eingeladen!

Unser Programm:

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Alternative Semestereröffnung 2016

Ernst-und-Karola-Bloch-Wochen

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Endlich ist es wieder so weit: Die Ernst-und-Karola-Bloch-Wochen 2016 sind da! Zwischen dem 20.10. und 5.11. erwarten euch über 20 Veranstaltungen, organisiert von Studierenden und Aktiven aus Tübingen. Uns alle erwartet ein umfangreichen Programm: Vorträge, Workshops, Stadtrundgänge, Filme, Lesungen und ein Kaffeekränzchen. Nicht nur für Erstis, nicht nur für Studis, sondern offen für alle Interessierten!

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Am 28. und am 29.06. sind Uni-Wahlen!

Uni-Wahlen, was ist das?

Am 28. und 29.06. finden die Uni-Wahlen statt. Gewählt werden auf Uni-Ebene der StuRa und der Senat. Der StuRa ist der rechtliche Körper der Studierendenschaft. Er verfügt über einen eigenen Haushalt und kann entsprechend Projekte und Initiativen fördern. Darüberhinaus vergibt er die QSM.
Die Fachschaften-Vollversammlung stellt im StuRa traditionell gemeinsam mit der GHG die Mehrheit. Wir sind als einzige Gruppe basisdemokratisch organisiert. Weil unsere Vertreter*innen an die Entscheidungen der Fachschaften (-Vollversammlung) gebunden sind kann sich jede*r Studierende in seiner Fachschaft an der Entscheidungsfindung beteiligen.

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Stellungnahme zu Figuren vor der Unibibliothek und dem Brechtbau

Die rechtskonservative Szene wird nun auch an unserer Hochschule aktiver. Am Mittwoch, den 18. Mai 2016, fanden sich vor den Eingängen des Brechtbaus und der Universitätsbibliothek der Universität Tübingen sowie an verschiedenen Stellen in der Stadt Schmierereien auf dem Boden, deren Aussagen eindeutig rechts zu interpretieren sind. Zu sehen sind an den Standorten jeweils vier Leichenmarkierungen wie man sie an einem Tatort vorfinden würde, welche Schlagworte wie etwa „Deutschland“, „Tradition“, „Identität“ und „Familie“ tragen. Vermutlich möchten die unbekannten Sprayer_innen darauf aufmerksam machen, dass dem, was sie unter dem Begriff „Deutschland“ verstehen, der Tod drohe (à la Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“). Es scheint, als wollten die Urheber_innen auf einen von ihnen diagnostizierten Identitätsverlust (wie auch immer diese „Identität“ ausgestaltet sein mag) hinweisen.

Die Fachschaften Vollversammlung an der Universität Tübingen kritisiert diesen „Protest“ und die hinter ihm stehende, reaktionäre Botschaft aufs Schärfste.

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